TOUR N°040

TOUR N°040 ////// 06.11.2011


IMPRESSIONEN IN SITU



ISSS TALK on TOUR N°040


FR 

TOUR N°040 ////// 06.11.2011

La vidéo qui suit décrit nos impressions personnelles.
Elle n’a pas pour objectif d’être correcte ou complète.


DE  

TOUR N°040 ////// 06.11.2011

Der folgende Bericht gibt unsere ganz persönlichen Eindrücke wieder und hat somit weder Anspruch auf Richtigkeit, Vollständigkeit oder politische Korrektheit.

Tour zur Phoenix High Street Mall in Lower Parel, eine UrbanExploration mit ISSSresearch.

Wir brechen an diesem Sonntag um die Mittagszeit per Taxi auf um die erfolgreichste Shoppingmall Mumbais zu erkunden, die Phoenix High Street Mall in Lower Parel, einem vormaligen Industriegebiet der Textilindustrie Mumbais. Wir haben schon so einiges über diese Mall gehört und über das Phänomen der Shoppingmalls in Mumbai. Wir sind also dementsprechende neugierig auf diesen Ort, den wir bisher nur im Vorbeifahren gesehen haben. Lower Parel ist einer der Entwicklungsstandorte Mumbais. Durch die großen Parzellen der vormaligen Industriehallen sind hier großmaßstäbliche Immobilienoperationen möglich. Wir haben auch schon gehört, dass es einen Masterplan eines bekannten indischen Architekten für das gesamte Gebiet gab, der von den Grundstückseigentümern angefochten wurde, weil er ein Drittel der Fläche als öffentlichen Raum ausweisen wollte, ein Drittel für sozialen Wohnbau reservierte und nur ein Drittel für kommerzielle Immobilien zur Verfügung gestanden wäre. Die Grundstückseigentümer bekamen in vor Gericht Recht und dürfen nun in dem gesamten Gebiet machen was sie wollen. Viele der alten Fabriken wurden umgenutzt, oder abgerissen und die Phoenix High Street Mall ist nur eines der Beispiele die hier anzutreffen sind und einen westlichen Touch in Mumbai verbreiten. Die Mall scheint Anziehungspunkt für viele Menschen zu sein. Wir haben auch erfahren, dass die Sicherheitskontrollen an den Eingängen aller Malls früher viele Menschen davor abgehalten haben diese aufzusuchen, doch seit diese Kontrollen, nach dem Anschlägen von 2008, Teil des Alltags in Mumbai geworden waren, ist diese psychologische Hürde gefallen und der Aufenthalt in den Malls wurde zu etwas alltäglichem. Tatsächlich muss man am Eingang der Mall durch einen Metalldetektor und wird von mehreren Sicherheitsbeamten durchsucht. Diese Durchsuchungen passieren in einer Art und Weise, dass es selbst als absoluter Amateur der Materie ein Leichtes wäre egal welche Gegenstände in die Mall zu schmuggeln. Diese Sicherheitskontrollen fungieren auch als sozialer Filter, auch wenn dies nicht dezidiert als solche deklariert ist. Wir begegnen in der Mall keinen Bettlern oder Straßenverkäufern und es ist auch kein Street- Food erhältlich, dass man sonst in allen Teilen Mumbais bekommen kann. In der Mall befinden sich mehrere Gebäudekomplexe mit unterschiedlichen thematischen Ausrichtungen und etliche gastronomische Einrichtungen, sofern man Mac Donalds und ähnliches als solche bezeichnen will. Das Hauptgebäude der Mall erstreckt sich über mehrere Etagen und schließt in seinem Zentrum ein gigantisches Atrium ein um das sich die Erschließungsflächen mit den daran liegenden Geschäften reihen. Auf allen Ebenen existieren Brücken um von einer Seite des Ovals an die Andere zu gelangen. Schräg eingestellte Rolltreppen bringen die Besucher von Etage zu Etage und verleihen ihnen einen Überblick über das Angebot an Shops und Boutiquen. Die Marke und Preise unterscheiden sich nur in einigen Ausnahmen von europäischen Einkaufshäusern. Angefangen bei einem Manchester United Club Café / Bar über Hugo Boss, Diesel und Calvin Klein zu Burberry und anderen Luxusmarken findet man hier alles was man möchte, wenn man aus indischer Sicht europäisch oder westlich sein möchte. Ein Umstand der an allen Beauty Boutiquen und den darin erhältlichen Bleichungscremes und anderen Produkten klar erkenntlich ist. Auch die Tochter unserer Vermieterin, so erfahren wir einmal bei einem Gespräch verwendet solche täglich um bleichere Haut zu haben, was wir in keinster Weise nachvollziehen können. Der luxuriös anmutende Shoppingpalast wird von aufdringlich entspannter Hintergrundmusik durchflutet und in regelmäßigen Zeitabständen weicht diese einem Pianisten im Erdgeschoß. Da uns das Photographieren der Mall offiziell von den Wachmännern untersagt wurde, müssen wir immer wieder posieren um Bilder in diese Richtung zu machen, die den Anschein haben uns abzubilden. Auf manchen dieser Bilder befinden wir uns auch wirklich um überhaupt photographieren zu können. Ein seltsamer aber auch unterhaltsamer Umstand, der das Photographieren selbst zu einem gestellten Akt macht. Auf der mehrgeschossigen Mall reckt sich ein Büroturm in die Höhe, weswegen das Kuppeldach der Mall kein Licht ins Innere dringen lässt und zu einer gänzlich künstlichen Atmosphäre beiträgt die einen vergessen lassen könnte, dass man in Indien ist und dass zwei Straßen weiter Menschen auf der Straße schlafen und mit etwa 20 Rupien am Tag überleben müssen während Andere hier im Inneren dieses Shoppingpalastes zwischen Jeans um 12.000 Rupien spazieren und ihren Café Latte um 100 Rupien schlürfen ohne einen Gedanken über das Missverhältnis der Güterverteilung in ihrem Land zu verschwenden. Viele der hier Anwesenden suchen diesen Ort möglicherweise auch auf um sich nicht mit der Realität ihres Landes und ihrer Stadt auseinandersetzen zu müssen. Es ist eine gewisse Homogenität unter den Besuchern zu beobachten, auch wenn wir Geschichten gehört hatten, dass diese Malls zu einem Aufenthaltsort für Jedermann geworden sind, weil man dort ja nicht konsumieren muss, aber trotzdem von der klimatisierten Kühle profitieren kann. Wir haben nicht das Gefühl, dass dies wirklich auf die Phoenix High Street Mall zutrifft, können dies aber auch nach einem einzigen Besuch nicht beurteilen. Wir durchstreifen die gesamte Mall und Teile deren Geschäfte um uns eine Idee über die Preis zu machen, die im Fall internationaler Marken auf dem selben Niveau wie in Europa liegen, bei lokalen Marken ähnlicher Produkte sind die Preise deutlich niedriger. Am meisten Menschen können wir im Lebensmittelmarkt beobachten. Dieser scheint überfüllt zu sein. Im Freibereich im Zentrum der Anlage findet Animation durch eine Lufthansa Werbung statt bei der man Reisen gewinnen kann. Immer wieder werden wir von Securitybeamten misstrauisch begutachtet und man sagt uns, dass das Photographieren untersagt sei. Ein Inder der dieser Szene beobachtet beschwert sich lautstark und meint wir sollten uns nicht klein machen lassen und ruhig weiter Bilder machen, wir seien schließlich Besucher und keine Terroristen. Der Wachmann gibt schließlich nach und lässt und gewähren. So verbringen wir diese Tour im Inneren des Komplexes der Phoenix High Street Mall und wandern zwischen Geschäften und vielen Menschen auf und ab und fragen uns ernsthaft wieso Menschen solche, quer durch die Welt auswechselbaren Orte, wirkliche non- places, aufsuchen um darin ihre Freizeit zu verbringen. Wir haben keine Antwort auf diese Frage, aber es scheint uns essentiell eine Antwort auf diese Frage zu erhalten um über die Zukunft unserer Städte mit alternativen zu diesen non- places nachdenken zu können, denn als positiv oder urban empfinden wir diesen Ort nicht. Mit diesen Gedanken verlassen wir Phoenix High Street Mall wieder und begeben und zurück in das Bad in der Menge in den Straßen Mumbais.

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s