AKTIVBAND Stuttgart-Nord

 

ISSSresearch&architecture was invited to participate in the restricted urban design competition “Areale Bürgerhospital/AWS und Umgebung Stuttgart Nord” in collaboration with LXSY Architectes and Studio RW Landscape Architects to design a new mix used residential area near to the city center of Stuttgart. Our team developed and proposed the project Aktivband.

Project Team:
Architects: Ingrid Sabatier, Stephan Schwarz & Kim LeRoux, Margit Sichrovsky (LXSY)
Landscape Architects: Heiko Ruddigkeit & Stefan Wiebersinsky

Links:
competition on Competitionline

01_Gebäude Bestand_F

SCH copie

SCH4SCH3

Leitbild und Ziele

Im Zentrum eines lebendigen urbanen Quartiers entsteht das Aktivband. Diese neue Begegnungszone bietet der aktiven Bewohnerschaft Raum mit einem breiten Angebot gemeinschaftlicher Nutzungen für eine belebte Nachbarschaft. Als lineare Quartiersmitte verknüpft das Aktivband das neue Quartier mit der bestehenden Nachbarschaft und bildet ein qualitätsvolles städtisches Wohnumfeld mit hoher Wohn- und Freiraumqualität.

Städtebau und Grundstruktur

Baufelder

Sechs abwechselnd stehende und liegende Baufelder vergleichbarer Größe bilden die klare und robuste städtebauliche Grundstruktur des neuen Quartiers. Auf jedem dieser Baufelder wird eine Mischung unterschiedlicher Typologien mittels der Kombination von Punktgebäuden mit einer geschlossenen Bebauung und akzentuierten Kopfbauten auf kleinen Parzellen erreicht. Dieses Prinzip ermöglicht eine selbstverständliche Integration der bestehenden identitätsstiftenden Gebäude in das Gesamtkonzept und erzeugt eine große Vielfalt räumlicher Qualitäten mit differenzierten privaten und öffentlichen Bereichen und unerwarteten Ein- und Ausblicken.

Aktivband und aktive Erdgeschoße

Im Süden der neuen Baufelder erstreckt sich das autofreie Aktivband als zentrale Begegnungszone für das neue Quartier und sein direktes Umfeld. Die unterschiedlichen Nutzungen in den daran angrenzenden Erdgeschoßzonen bespielen diesen abwechslungsreichen Raum und machen ihn zur lebendigen Quartiersmitte mit hoher Aufenthaltsqualität und vielfältigen Angeboten im öffentlichen Raum für alle Bewohner*innen.

Infrastruktur und Mobilitätsband

Im Norden der neuen Bebauung wird ein, in seinen Höhen differenzierter, räumlicher Abschluss zur Gäubahn ausgebildet, der einen optimalen Schallschutz für das neue Quartier bildet. An dieser Stelle verläuft das Mobilitätsband, eine neue, an das angrenzende Quartier angebundene, Wegverbindung zur verkehrlichen Erschließung. Diese bildet eine infrastrukturelle Achse um das Thema Mobilität mit E-Car Ladestationen, Stellplätzen für die Besucher des Pflegeheims und reservierten Car-Sharing Zonen. Die nötigen Stellplätze werden in Tiefgaragen angeboten und sind den einzelnen Baufeldern zugeordnet.

Grünband und Quartierszentrum

Im Zentrum des neuen Quartiers direkt an der aktiven Achse als Ort der Begegnung befindet sich das Quartierszentrum mit dem Bürgersaal und einem vielfältigen Angebot an Räumen für Startups, FabLabs, Co-working spaces und vieles mehr. Als städtebaulicher Sonderbaustein einer produktiven Stadt steht das Quartierszentrum an der Schnittstelle des Aktivbandes mit dem Grünband in der Tunzhoferstraße, das den Park am Patientengarten und die Grünen Spange mit dem neuen Quartier verbindet und mit ihrer räumlichen Verlängerung den Brückenschlag zum AWS Areal mit dem neu genutzten ehemaligen Pferdestall als Urban Sports Zentrum für das neue und die benachbarten Quartiere schafft.

Freiraum und Nachhaltigkeit

Drei Freiraumbänder (Aktivband, Mobilitätsband und Grünband) bilden die zentralen Freiraumelemente des neuen Quartiers und verknüpfen es mit den angrenzenden Nachbarschaften. Die Bebauung und insbesondere ihre Erdgeschoßnutzungen stehen in engem Wechselspiel mit dem Freiraum und tragen insbesondere im Aktivband zu dessen Belebung bei. Das vielfältige und differenzierte Freiraumangebot ermöglicht kleine private Freiflächen in den Wohnhöfen, da die wichtigen Freiraumqualitäten in Wohnungsnähe insbesondere im autofreien Aktivband, dem zentralen verbindenden Element im Quartier geschaffen werden.

Wassersensible Stadt

Als Verbindung zwischen den Freiraumbändern funktionieren Stichstraßen von Norden nach Süden. Diese ermöglichen vielfältige Ausblicke auf die Halbhöhenlage aus dem öffentlichen Raum und nehmen eine wichtige Rolle im aktiven Wassermanagement im neuen Quartier ein. Die Grünflächen im Freiraum und Gründächer leisten einen wichtigen Beitrag zu einem angenehmen Stadtklima.

Typologien, Wohnungen & Nutzungen

Flexible Grundrisse

Die Kombination verschiedener Typologien (Punkthäuser, Kopfbauten und geschlossene Bebauung) auf den einzelnen Baufeldern ermöglicht ein vielfältiges Angebot unterschiedlicher Wohnqualitäten und eine hohe Varianz an möglichen Grundrissen im Quartier. Flexible Grundrisse machen die einzelnen Gebäuden für sich wandelnde gesellschaftliche Rahmenbedingungen anpassbar.

Anzahl WE & Bewohner*innen

Durch die vorgeschlagene Bebauung können (inkl. der Wohnungen in Bau 1 & 2) in etwa 650 WE bereitgestellt werden. In den vorgeschlagenen Staffelgeschoßen ist zudem ein Plus von etwa 50 weiteren WE möglich. Somit bietet das neue Quartier nach Fertigstellung aller Bauabschnitte mit etwa 700 WE Lebensraum für etwa 1.750 Bewohner*innen.

Eigentumsstrukturen & soziale Infrastruktur

Die Verteilung der unterschiedlichen Eigentumsstrukturen über das ganze Quartier trägt zu einer natürlichen sozialen Durchmischung und einem nachbarschaftlichen Miteinander bei. Die erforderlichen Kitas sind in die Baufelder integriert und bespielen einen Teil der privaten Freiräume.

Gemeinschaftsräume in den Gebäuden und ein breites Angebot sozialer Infrastruktur sollen den Bewohner*innen zudem den nötigen Raum für bürgerschaftlichen Engagement und Selbstorganisation bieten.

Potentiale durch Selbstorganisation & aktive Erdgeschoße

Die platzprägenden Kopfbauten zum Quartierszentrum hin sollen mittels Konzeptverfahren an innovative Baugruppen / Genossenschaften oder andere Projektformen vergeben werden um deren Innovationspotential durch Selbstorganisation für die Aktivierung der Erdgeschoßzonen zu nutzen und den Bewohner*innen Gelegenheit zu einer aktiven Anteilnahme und Mitgestaltung ihres unmittelbaren Lebensumfeldes zu gewährleisten.